Freiwillige Feuerwehr Rade

Infos zu unseren Einsätzen:
Wir versuchen unsere Homepage so aktuell wie möglich zu halten, haben Sie jedoch Verständnis, dass wir aus verschiedensten Gründen die Einsätze mit Absicht verspätet auf unserer Homepage veröffentlichen.

 

Brennt Galvanischer Betrieb


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Einsatzort Details

Neu Wulmstorf
Datum 09.12.2011
Alarmierungszeit 18:06 Uhr
Alarmierungsart FME & Sirene
eingesetzte Kräfte

FF Rade
  • LF 20/16
  • RW2
  • MTF
  • TLF 16/25
FF Elstorf
    FF Neu Wulmstorf
      FF Rübke

        Einsatzbericht

        Großfeuer in Neu Wulmstorf

        Neu Wulmstorf Ein Großfeuer hat am Freitagabend große Teile einer Lagerhalle eines Galvanisierungsbetriebes im Gewerbegebiet von Neu Wulmstorf zerstört. Rund 150 Feuerwehrleute aus Niedersachsen und Hamburg waren über Stunden im Einsatz, um das Großfeuer und einen daraus resultierenden drohenden Folgeeinsatz durch Säuredämpfe abzuarbeiten. Um 18.00 Uhr waren die Feuerwehren aus Neu Wulmstorf und Rübke durch die Winsener Rettungsleitstelle zu dem brennenden Lagergebäude in der Rudolf-Diesel Straße alarmiert worden. Beim Ausrücken der ersten Kräfte hatte das Feuer schon das Dach der in Wellblechbauweise erbauten Halle durchgebrannt, die Kräfte konnten sich am weithin sichtbaren Feuerschein orientieren. Noch auf der Anfahrt wurden durch weiter eingehende Notrufe die Feuerwehren aus Elstorf und Rade nachalarmiert. Bei Eintreffen der ersten Kräfte aus Neu Wulmstorf und Rübke brannte gut die Hälfte der rund 60 x 20 Meter großen Lagerhalle in voller Ausdehnung, unverzüglich wurde eine zweite Drehleiter sowie weitere Kräfte von der Feuerwehr Buxtehude nachalarmiert. Auch der Einsatzleitwagen ELW 2 der Kreisfeuerwehr kam zum Einsatz. Im Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass in der vom Brand betroffenen Lagerhalle diverse stark ätzende und giftige Säuren gelagert waren, darunter Schwefel- und Salpetersäure, zudem war auch Zyankali in der Halle vorhanden. Aus sicherer Entfernung nahmen die Feuerwehrkräfte unter der Leitung des stellvertretenden Gemeindebrandmeisters Michael Bulst einen massiven Löschangriff vor, über die beiden Drehleitern wurden zwei Wenderohre eingesetzt, ein Wasserwerfer und zwei Schaumrohre kamen ebenfalls zum Einsatz, und diverse B- und C-Strahlrohre wurden weiterhin eingesetzt. Über den Einsatz informierten sich auch Kreisbrandmeister Dieter Reymers, Abschnittsleiter Elbe Volker Bellmann udn Neu Wulmstorfs Gemeindebrandmeister Uwe Schievink. Aufgrund der enormen Rauchentwicklung musste in der gesamten Umgebung der Halle ausschließlich unter umluftunabhängigen Atemschutz gearbeitet werden, aus Sicherheitsgründen wurde rund um die Brandhalle ein großer Sicherheitsradius eingerichtet. In der Anfangsphase war eine erhebliche Rauchentwicklung im Bereich des Brandobjektes festzustellen, daher wurde zur Schadstoffmessung der Fachzug Spüren und Messen der Kreisfeuerwehr, bestehend aus Fahrzeugen und Geräten der Feuerwehr Jesteburg, alarmiert, um in der Umgebung Schadstoffmessungen durchzuführen. Auch der Umweltdienst der Berufsfeuerwehr Hamburg kam für die Schadstoffmessungen an die Einsatzstelle und setzte mit dem so genannten Sigis, einem Spezialgerät zur Feststellung von Schadstoffen in der Umgebungsluft, ein wirkungsvolles Messgerät ein. Da abzusehen war, dass für weitere Messungen Feuerwehrkräfte unter Chemikalienschutzanzügen eingesetzt werden mussten, wurde auch die Feuerwehr Maschen mit den Umweltfahrzeugen zur Brandstelle alarmiert, um dort die Grob-Dekontamination der eingesetzten Chemikalienschutzanzüge vorzunehmen. Bis in die späten Abendstunden hinein wurden laufende Schadstoffmessungen durchgeführt, schnell stand aber fest, dass die Schadstoffbelastung in der Umgebungsluft nur sehr gering war und keine Gefahr für die Bevölkerung bestand. Diese war in der ersten Phase des Einsatzes aufgrund der enormen Rauchentwicklung mittels Rundfunkdurchsagen aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten, eine Maßnahme die so lange Bestand haben sollte, bis die Rauchentwicklung vorbei und das Feuer unter Kontrolle war. Zur Sicherheit der Einsatzkräfte standen in der ersten Einsatzphase ein Rettungswagen der JUH und der Notarzt des DRK bereit, später kamen Kräfte der Schnelleinsatzgruppen von DRK und JUH zum Einsatz, die auch die Einsatzkräfte mit Speisen und Getränken versorgten. Die ersten Einsatzkräfte konnten rund vier Stunden nach Einsatzbeginn aus dem Einsatz herausgelöst werden, die letzten Kräfte verließen erst weit nach Mitternacht die Brandstelle. Diese wurde von der Polizei beschlagnahmt für weitere Ermittlungen, die Brandursache und auch die Hohe des entstandenen Sachschadens sind noch unbekannt. Eine Spezialfirma wird nun weiterhin das kontaminierte Löschwasser entsorgen müssen.

        Text: KPW M. Köhlbrandt